Agil?

Im Zeitalter der zunehmenden Vernetzung und kollaborativen Arbeits- und Denkweisen, ist es wenig verwunderlich, dass das kollaborative Schreiben immer mehr Einzug in alle möglichen Bereiche hält. Sei es in der Bildungsarbeit oder der Forschung. Sei es um eine Enzyklopädie zu erstellen oder um Bücher zu schreiben. Es ist inzwischen deutlich geworden, dass mehrere Köpfe schlauer sind, als einer alleine.

Und das aus gutem Grund. Denn dort wo Wissen zusammengeführt, überarbeitet, reflektiert und gelernt wird, dort kann etwas neues, etwas großartiges entstehen und das in sehr kurzer Zeit.

Denn im Vergleich zu den klassischen Schreibphasen, vom Entwurf über das Einholen von Feedback, die darauf folgende Überarbeitung, erneutes Feedback und letztendlich bis zur Veröffentlichung vergeht in der Regel sehr viel Zeit, manchmal mehrere Jahre. Beim kollaborativen Schreiben laufen diese Prozesse simultan ab und verkürzen dadurch die Zeit bis zur Veröffentlichung enorm.

state-of-the-art auch beim Schreiben?

Um diese dynamischen Arbeitsprozesse zu gewährleisten, benötigt es einen schnellen Informationsfluss und ein direktes Austauschen von Texten, Bildern der Informationen.

Doch um ein lebendiges Dokument zu erstellen, braucht es nicht nur viele verschiedene Autoren, die zeitgleich oder zeitversetzt an einem bestimmten Thema arbeiten, es ist genauso notwendig, die entsprechende Software für diese Prozesse zu haben.

Agile Vorgehensmodelle nicht nur bei der Softwareentwicklung!

Doch was kann eine solche Software oder besser gesagt, was sollte sie können?

Es gibt inzwischen zahlreiche kostenlose oder auch kostenpflichtige Anbieter, von denen im Folgenden einige genannt werden, hier aber sicherlich kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden kann.

Die bekanntesten sind Google Docs und Wikipedia. Während Google Docs meist für ein feststehendes Autorenteam in Frage kommt, das sich untereinander über die Inhalte austauscht und einer gewissen Koordination folgt, ist ein Wiki deutlich offener, denn hier kann jeder Mensch sein Wissen dazu beitragen, ohne sich mit den anderen Autoren abzusprechen.

Ein weiterer Unterschied ist der, dass in einem Wiki die Bearbeitung grundsätzlich nacheinander erfolgt.

Google Docs und viele weitere Anbieter von Etherpads ermöglichen eine Bearbeitung und das Nachvollziehen der bearbeiteten Inhalte in Echtzeit, sowie die Synchronisation des Dokumentes im Sekundentakt.

Weitere Vorteile dieser Software sind das automatische Abspeichern der Bearbeitungsschritte, die lückenlose Rekonstruktion der vorangegangenen Arbeitsschritte und damit die Möglichkeit eine frühere Version wiederherzustellen.

Der aber vielleicht wichtigste und bedeutendste Aspekt des kollaborativen Schreibens liegt darin, dass die Grenze zwischen Leser und Autor verschwimmt. Autoren werden gleichzeitig zu Lesern und Leser zu Autoren. Dies beinhaltet ein deutlich intensiveres Auseinandersetzen mit der Thematik und zieht einen enormen und raschen Lerneffekt für alle Beteiligten nach sich.

Somit trägt das kollaborative Schreiben in hohem Maße zur Nachhaltigkeit bei der Weitergabe von Wissen bei.

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